(Fotos: Lina Loos, Lichtinstallation: Christian Bauland)

17.Mai 2020

Rathaus und Kreishaus im Zeichen des Regenbogens

Der PaderPride macht auf die Diskriminierung von queeren Menschen in Przemysl aufmerksam

An diesem Sonntag leuchtet das Kreishaus nach Sonnenuntergang in den oberen Etagen in den Farben des Regenbogens und vor dem Paderborner Rathaus wehen Regenbogenflaggen, die ein Zeichen der Vielfalt von Lebensformen sind. Diese Aktion des PaderPride Paderborn e.V. mit Unterstützung des Herzenslust Teams der Aidshilfe Paderborn weist auf den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*- Feindlichkeit (kurz IDAHOBIT) hin, der wie in jedem Jahr am 17. Mai begangen wird. Ecki Steinhoff, der Vorstandssprecher des PaderPrides, der als Ziele eine wachsende Akzeptanz der vielfältigen sexuellen und geschlechtlichen Ausprägungen und eine Verbesserung der Lebensverhältnisse zugehöriger Menschen hat, freut sich über dieses Zeichen: „Der Regenbogen steht mit seinen Farben für eine Welt, in der Platz für Alle ist und in der wir in aller Verschiedenheit gut zusammenleben können.“ 

Der PaderPride e.V. bedankt sich bei der Stadt- und der Kreisverwaltung für die freundliche und tatkräftige Unterstützung und bei Christian Bauland, für die technische Umsetzung der Beleuchtungsaktion. 

Der Hass auf Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle ist in Europa weit verbreitet. In vielen europäischen Ländern hinderten Vorurteile und Gewalt Homosexuelle und Transsexuelle daran, frei und sicher zu leben. Konkret wird dies in Paderborns polnischer Partnerstadt Przemysl sichtbar. Diese hat in einem Beschluss des Stadtrates vom 26.08.2019 die Stadt Przemysl zur "LGBTI- freien Zone" erklärt. Das haben inzwischen auch 95 weitere Gemeinden in Polen gemacht. LGBTI bezeichnet alle Menschen, die nicht nach heteronormativen Vorstellungen leben, also zum Beispiel homo-, bi-, trans*-, inter*-, pan- sexuelle Menschen. 

Den Organisationen, die LGBTI- Interessen vertreten, soll dadurch jegliche Unterstützung entzogen und für die Zukunft verweigert werden. Unter https://kurzelinks.de/Petition wurde eine Petition gestartet, die den Stadtrat von Przemysl auffordert, diesen Beschluss umgehend zurück zu nehmen und den Stadtrat von Paderborn und Vereine und Organisationen auffordert, ihren Einfluss auf den Stadtrat von Przemysl und Partnerorganisationen geltend zu machen.

  

In Paderborn hat der Verein PaderPride e.V. in den vergangenen fünf Jahren einen Christopher Street Day (CSD) veranstaltet, um auf die fehlende Gleichberechtigung hinzuweisen und für mehr Selbstverständnis und gleiche Rechte für LGBTIQ- Menschen zu demonstrieren. 

„Aufgrund der Corona bedingten Veranstaltungsbeschränkungen sehen wir uns leider gezwungen, den PaderPride, der für den 23. Mai geplant war, abzusagen,“ so der Vorstandssprecher Ecki Steinhoff in einer Pressemitteilung. „Wir hoffen noch, im Verlaufe des Jahres diesen Termin nachholen zu können, wenn es die Gesamtlage ermöglicht,“ so Steinhoff weiter. So schwer die Absage auch falle, sei doch die Gesundheit und das Wohlergehen aller Menschen wichtiger.